Rathaus Kemnath
Rathaus in Kemnath
Beschreibung
Das frühere Rathaus von Kemnath stammte aus dem Jahr 1574 und lag in der Mitte des Marktplatzes von Kemnath; es war damals nach einer Feuersbrunst mit einem hohen Walmdach und einem Zwiebelturm errichtet worden. Nach vorliegenden Handwerkerrechnungen war es mit einer Uhr ausgestattet, war mit drei Sonnenuhren verziert sowie mit dem kurfürstlichen und dem städtischen Wappen und weiteren überlebensgroßen Figuren ausgestattet.
Um 1813 kamen erstmals Pläne auf, ein neues Rathaus zu errichten, da durch den Abbruch des nördlichen Stadttores und der Amtsknechtswohnung ein Bauplatz für ein neues Rathaus auf der Nordseite des Platzes geschaffen worden war. Am 27. Juli 1814 wurde ein Bauplan, erstellt von dem königlichen Landbauinspektor von Hohenhausen, dem Stadtrat vorgestellt. Der Plan sah ein dreistöckiges klassizistisches Gebäude von ca. 21 × 12 m vor, dem Gebäude vorgelagert sollte ein Altan mit einem Säulenportikus sein. Der Bau fand die Zustimmung des Munizipalrates und der Baumeister Adam Weber der Communaladministration sollte einen Kostenvoranschlag erstellen. Bemerkenswert war, dass im Erdgeschoss eine Feuerlöschremise, die Stadtwaage, 14 Fleischbänke und ein Brotladen vorgesehen waren, der 1. Stock sollte den Versammlungssaal, eine Altane und diverse Nebenzimmer enthalten, im 2. Stock war die Wohnung des Munizipialdieners vorgesehen sowie Civilarreste für Bürger.
Von verschiedenen Seiten wurde bald heftige Kritik an dem geplanten griechisch-römischen Stil des Gebäudes erhoben und eine Revision und Anpassung an die schlichteren Gebäude in der Umgebung gefordert. Der Planfertiger von Hohenhausen reagierte darauf mit einer arrogant anmutenden Stellungnahme, in welcher er die Kritiker als ungebildet beschimpfte. Nach einem Schreiben des Landgerichtes vom 13. Februar 1816 geht hervor, dass man sich den Einwänden gegen die geplante Bauweise angeschlossen hatte, schob aber das Fehlen von Geldmitteln als Grund vor, von dem Bau Abstand zu nehmen; einstweilen sollte man nur die nötigsten Ausbesserungen am alten Rathaus vornehmen.
Bei dem großen Stadtbrand vom 13. Januar 1848 wurde auch das Rathaus ein Raub der Flammen. Erst 1855 wurde die Brandruine abgetragen. Überbrückungsweise wurden in den Geschäftsräumen des Weißgerbers Xaver Leypold die Geschäftsräume für den Magistrat eingerichtet. Bei der Planung des Neubaus wurde davon ausgegangen, das Gebäude in die nördliche Häuserfront des Marktplatzes einzugliedern, dazu mussten mit den Besitzern der zu Ruinen gewordenen Häuser Nr. 13, 14 und 16 Verhandlungen aufgenommen werden und diese schrittweise von den früheren Besitzern erworben werden.
Ähnliche Aktivitäten wie Rathaus Kemnath
|
|
|
|
|
|
Gaststätten in der Nähe von Rathaus Kemnath
|
|
|
|
|
|