Lost Places – Deutschlands verlassene Orte

Sehenswürdigkeiten

Geheimnisvole Ruinen mitten in Deutschland

Hier erfährst du alles über Deutschlands verlassene Orte und warum es sich definitiv lohnt ihnen einen Besuch abzustatten.

Verlassene Orte, in denen einst Leben herrschte, üben eine eigene Faszination auf die meisten Menschen aus.

Hier wird fast jeder ein bisschen neugierig.

Was lebten hier für Menschen?

Was taten sie den ganzen Tag?

Wieso gingen sie fort?

Und wohin?

Auch wenn die meisten sogenannten „Lost Places“ völlig verlassen sind, gelten dennoch ein paar Regeln, die du beim Betreten dieser Orte beherzigen solltest.

  1. Betrete die verlassenen Orte niemals bei Nacht oder im Dunkeln
  2. Betrete die Orte niemals allein
  3. Nimm immer eine Taschenlampe mit
  4. Betrete keine abgesperrten Bereiche
  5. In verlassenen Gebäuden kann Einsturzgefahr herrschen
  6. Verlasse die Orte immer so wie du sie vorgefunden hast und lass weder Müll herumliegen noch nimm Gegenstände mit – nur so können alle etwas von den beeindruckenden Kulissen haben.
  7. Fotografieren ist erlaubt, Souvenirs mitnehmen aber nicht

Bitte halte dich an diese Regeln, wenn du Deutschlands verlassene Orte besuchst.

Der verlassene Spreepark

Lost Place Spreepark Berlin

Der ehemalige Freizeitpark im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick wurde im Jahr 1969 als einziger Freizeitpark der DDR eröffnet und verzeichnete jährlich etwa 1,7 Millionen Besucher.

Nach dem Mauerfall wurde er zunächst umgestaltet und an westliche Vorstellungen angepasst, musste jedoch schließlich im Jahr 2002 wegen finanzieller Probleme schließen.

Das Parkgelände lag viele Jahre verlassen da und selbst das Riesenrad blieb noch knappe 20 Jahre nach der Schließung des Parks stehen.

Inzwischen gehört das Gebiet wieder der Stadt Berlin, die mit der Grün Berlin GmbH bis 2026 einen Kultur- und Freizeitpark auf dem Gelände errichten will.

Hierzu sollen einige der alten Attraktionen, wie das Riesenrad und das 360°-Kino des alten Spreeparks erhalten bleiben und in das neue Konzept integriert werden.

Aus der ehemaligen Achterbahn soll ein begehbarer Pfad werden, auf dem Besucher das Gelände aus einer anderen Perspektive erkunden können.

Im Spreepark gibt es regelmäßige Führungen. Falls du den Spreepark lieber auf eigene Faust erkunden möchtest kannst du dich vor Ort auch im Infopavillon informieren.

Die Ruinen von Schloss Dwasieden

Lost Place Schloss Dwasieden

Im Nordosten von Rügen, in der Nähe des Sassnitzer Hafens liegen die Ruinen von Schloss Dwasieden.

Der ehemalige Prunkbau wurde im 19. Jahrhundert von einem der reichsten Männer Deutschlands erbaut und an die Bäderarchitektur der Ostseeküste angelehnt.

Für den Bau des Palasts wurden nur die hochwertigsten Materialien verwendet, was ihn zum prunkvollsten Gebäude Norddeutschlands machte.

Auch der angrenzende Schlosspark galt als einer der schönsten Parks Norddeutschlands.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der sowjetischen Besatzungsmacht im Rahmen der Bodenreform der Besatzungszone gesprengt.

Heute stehen von dem Prachtbau nur noch Reste des Pavillons und der Marstall. Die Ruinen des Schlosses und der angrenzende Park üben dennoch noch immer eine gewisse Faszination auf ihre Besucher aus.

Auf der offiziellen Website des Schloss Dwasieden kannst du zu bestimmten Terminen geführte Touren durch die Schlossruine buchen. Ansonsten kannst du die Ruine auch gut auf eigene Faust erkunden.

Die Gruselklinik Beelitzer Heilstätten

Lost Place Beelitzer Heilstätten

Einst waren sie Deutschlands Vorzeigeklinik für Lungenheilkunde.

Die Beelitzer Heilstätten wurden Anfang des 20. Jahrhundert erbaut, um Tuberkulosekranke in der besseren Luft vor den Toren der Hauptstadt mit den fortschrittlichsten Methoden zu behandeln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich die Geschichte der Beelitzer Heilstätten allerdings schnell.

Die Heilanstalt wurde von der Sowjetunion als Militärkrankenhaus genutzt und verlor schnell ihren vorbildlichen Glanz.

Zwischen 1991 und 2011 kam es auf dem Gelände der Heilstätten zu mehreren Verbrechen und Unfällen, wodurch die ehemalige Klinik einen unheimlichen Ruf erhielt.

Seit 2015 gibt es auf dem Gelände der ehemaligen Heilstätten einen Baumwipfelpfad und einen Aussichtsturm, außerdem entstanden bereits Wohnungen und Arbeitsräume für Kreativschaffende auf dem Gelände.

Die Gruselklinik kann tagsüber kostenlos und auf eigene Faust besucht werden, es gibt aber auch offizielle Führungen durch die Ruinen. Alternativ kann die verlassene Anlage auf dem Baumwipfelpfad auch von oben besichtigt werden.

Krefelds altes Prachtschwimmbad

Lost Place Stadtbad Krefeld

Das Krefelder Stadtbad war seinerzeit das wohl schönste aller deutschen Schwimmbäder.

Neben einem Damen- und einem Herrenschwimmbad gab es außerdem ein Dampfbad mit Sauna, sowie Dusch- und Wannenbäder, da nur wenige Menschen eine Dusche in ihrer Wohnung hatten.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1890 begeisterte das Schwimmbad die Massen, nicht zuletzt durch die aufwendige und teure Architektur.

Verwendet wurden nur die besten Materialien, die in säuberlicher Feinarbeit zusammengefügt wurden. Wunderschöne Mosaike zierten die Wände des Bades und die Böden waren mit Kokosmatten ausgelegt.

Die Schwimmbecken konnten mit Kohle auf bis zu 19° geheizt werden.

Gewechselt wurde das Wasser bis zu dreimal in der Woche, eine Wasseraufbereitung gab es noch nicht.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Nutzung des einstigen Prachtschwimmbads schließlich ab.

Zum einen hatte das Bad durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden davongetragen, zum anderen gehörten Duschen inzwischen zur Standardausstattung der meisten Wohnungen.

Viele dringend benötigte Reparaturen waren schlicht zu teuer und so wurde nur das Nötigste repariert, wodurch das Schwimmbad viel von seinem einstigen Glanz verlor.

Nach mehr als 100 Jahren schloss das Bad schließlich im Jahr 2000 seine Pforten.

Seitdem gab es mehrere Pläne das denkmalgeschützte Gebäude zu renovieren oder abzureißen, keiner davon wurde jedoch bislang in die Tat umgesetzt.

Seither ist das ehemalige Jugendstilbad zu einer beliebten Kulisse für Fotografen geworden.

Die Abhörstation am Teufelsberg

Lost Place Abhörstation Teufelsberg

Die Abhörstation auf dem Teufelsberg ist ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg.

Im Westen Berlins auf einem rund 140 Meter hohen ehemaligen Schuttberg errichtete die US-Armee in den 1950er Jahren eine Abhörstation, um die sowjetische Besatzungsmacht auszuspionieren.

Die „Field Station Berlin Teufelsberg“ war der optimale Platz für eine derartige Anlage, da Westberlin wie eine Insel inmitten der sowjetischen Besatzungszone lag und die Abhörstation dadurch einen großen Teil des feindlichen Gebiets abdecken konnte.

Seit dem Ende des Kalten Kriegs wurde die Anlage noch einige Jahre als Radarstation für die Flugsicherheit genutzt und schließlich verlassen.

Nachdem sie einige Jahre völlig leer stand ist sie inzwischen zu einer beliebten Touristenattraktion geworden.

Die alten Ruinen locken Besucher aus aller Welt, nicht zuletzt auch dank des guten Ausblicks von der Anlage auf Berlin.

Inzwischen befindet sich in den verlassenen Mauern eine Street Art Galerie und eine Dachterrasse mit 360°-Panorama-Sicht.

Der Autofriedhof Neandertal

Lost Place Autofriedhof Neandertal

Zwischen Düsseldorf und Wuppertal befindet sich ein Ort, der eigentlich gar nicht so verlassen ist, nur Menschen gibt es hier wenige.

Im Auto-Skulpturen-Park mitten im Neandertal hat sich der Autosammler Michael Fröhlich einen Traum erfüllt.

Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2000 errichtete Fröhlich den Skulpturenpark mit 50 Oldtimern, die alle aus dem Jahr 1950 stammten – so wie er selbst.

Seither stehen die Fahrzeuge in dem privaten Park unter freien Himmel und rosten vor sich hin.

Ein Symbol dafür, dass sich die Natur letztlich zurückholt was ihr gehört.

Jedes einzelne Fahrzeug in der Sammlung repräsentiert ein eigenes Stück Geschichte.

Besichtigt werden kann der private Autofriedhof nur sonntags nach vorheriger telefonischer Anmeldung und auch erst ab 12 Uhr.

Einen festen Preis gibt es nicht, der wird verhandelt. Für Kinder ist der Eintritt allerdings kostenlos.

Der Autofriedhof ist vor allem bei Fotografen aller Art sehr beliebt, hier lassen sich einige unvergleichliche Anblicke einfangen.

Aber auch wer nicht viel mit einer Kamera anfangen kann, sollte das Automausoleum unbedingt einmal besucht haben.

Wo sonst findet man so viele alte, vor sich hin rostende Luxuskarossen auf einem Fleck?

Wünsdorf – Die verbotene Stadt

Lost Place Verbotene Stadt Wünsdorf

Die frühere verbotene Stadt vor den Toren Berlins lockt heute zahlreiche Besucher und Touristen.

Das ehemalige Hauptquartier der Sowjetischen Armee war bis ins Jahr 1994 eine kleine, isolierte, russische Stadt mitten in Deutschland.

Hier hatten nur Russen Zutritt, Deutschen war es streng verboten die stark bewachte Stadt zu betreten.

Auch wenn Wünsdorf oft als „Klein-Moskau“ bezeichnet wurde, war es nicht mit der russischen Hauptstadt zu vergleichen.

In Wünsdorf lebten die Offiziere und ihre Familien beinahe in Hülle und Fülle.

Es gab einen Luxus, an den in der Sowjetunion nicht zu denken gewesen wäre.

Kein Wunder, dass die meisten Soldaten und Offiziere Deutschland nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht mehr verlassen wollten.

Seit dem eiligen Abzug der sowjetischen Truppen ist das Gelände verlassen und teilweise durch hohe Zäune abgesperrt.

Einige Bereiche können jedoch im Rahmen von Touren (oder auch privat, wenn die Wachen mitspielen wink) besichtigt werden.

Kokerei Hansa

Lost Place Kokerei Hansa

Sie ist ein Zeugnis des wirtschaftlichen Aufschwungs der „Goldenen Zwanziger“.

Im Dortmunder Stadtteil Huckarde steht die inzwischen verlassene Großkokerei Hansa.

Die eindrucksvolle Anlage kann heute im Rahmen von Führungen oder auf eigene Faust (wahlweise mit Audioguide) besichtigt werden.

Einige Bereiche der Anlage sind allerdings aufgrund von Einsturzgefahr gesperrt.

Früher verarbeitete die Kokerei Hansa zu Bestzeiten rund 7.000 Tonnen Kokskohlemischung am Tag und erzeugte so mehr als 5.000 Tonnen Koks.

Seit ihrer Stilllegung im Jahr 1992 holt sich die Natur Stück für Stück zurück was ihr gehört.

Inzwischen haben sich auf dem Gelände der denkmalgeschützten Anlage einige seltene Pflanzen angesammelt.

Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen

Lost Place Gedenkstätte Hohenschönhausen

Im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen, mitten im Wohngebiet befindet sich die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit.

Das ehemalige Gefängnis ist heute nicht völlig verlassen, sondern dient als Gedenkstätte der Aufbereitung der Geschichte.

Besucher können die verlassenen Gänge und Zellen durchwandern und so einen Einblick in die Geschichte der politischen Justiz der DDR bekommen.

Während des Bestehens der DDR war das sogenannte „U-Boot“ die zentrale Haftanstalt des Ministeriums der Staatssicherheit.

Viele der größtenteils politischen Gefangenen der DDR wurden zunächst dorthin gebracht, bevor sie auf andere Gefängnisse verteilt wurden.

Auch wenn die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen kein richtig verlassener Ort ist, ist sie dennoch einen Besuch wert.

Beim Anblick der leeren Zellen und Verhörsäle läuft einem durchaus der ein oder andere Schauer über den Rücken.

Hat dir dieser Beitrag über Deutschlands verlassene Orte gefallen?

Schreib uns gerne in den Kommentaren welches dein Lieblingsort ist oder ob du schonmal einen der Orte besucht hast.

Welcher Ort steht als nächster auf deiner To-Do-Liste?

Oder kennst du Deutschlands verlassene Orte etwa schon alle in- und auswendig?

Es gibt noch viele weitere verlassene und heruntergekommene Orte in ganz Deutschland, die nur darauf warten erforscht zu werden.

Denk dabei aber bitte immer daran, dich an die Spielregeln zu halten. Schließlich sollen Deutschlands verlassene Orte genau so bleiben, wie sie auch zurückgelassen wurden.


Bildnachweise:

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